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Schul-Gottesdienst mit Eltern

Traditionell wird ein Gottesdienst im Schuljahr von Eltern gestaltet. In diesem Jahr handelte es sich um den ersten Gottesdienst nach Ostern. Das Motto lautete deshalb, mit Blick auf die Auferstehungsfeier, auch: „Jesus lebt – Glaube bewegt“.

Knapp 200 Schüler*innen des CGJ waren zur Turnhalle gekommen, um mit den Eltern darüber nachzudenken, was es für uns heute bedeuten kann, dass Jesus lebt, wie der Glaube einen Menschen bewegen kann.

Am Eingang gab es für alle das Angebot, sich eine Süßigkeit aus einem Korb zu nehmen. Die meisten Schüler*innen und Lehrer*innen griffen freudvoll zu. Im Verlauf des Gottesdienstes sollte das Bonbon am Eingang noch einmal zur Sprache kommen.

Als Grundlage für die Ausgestaltung der Gottesdienstfeier diente eine Bibelstelle aus dem Brief an die Römer (Röm 6,3.4). Die Adressaten werden aufgefordert, aus dem österlichen Glauben wie „neue Menschen“ zu leben.

Doch was kann das für uns heute konkret bedeuten?

Eine Antwort können uns vielleicht einige besondere Menschen und die Aussagen von Zeitzeugen über sie geben. Und so schauen wir gemeinsam auf die 1943 von den Nazis ermordeten Geschwister Sophie und Hans Scholl und die heute noch wirkende Franziskanerin, Sr. M. Basina. Kathrin Wolfrum und Claudia Gies fassen die bewegten Leben der Personen zusammen und schlagen den Bogen zum Thema. Aus dem Glauben heraus leben: Für Sophie und Hans Scholl bedeutete das, sich für die Freiheit und gegen den Terror der Nazis stellen. Für Sr. M. Basinas Leben könnte  man so formulieren: Was sie alles geschafft und wie sie gewirkt hat, scheint nur aus einem tiefen Glauben entsprungen sein zu können, der Kraft, Mut und Hoffnung schenkt, um Hindernisse zu überwinden und Lösungen für vordergründig ausweglose Situationen zu finden.

Doch wie gelangen wir zu solchem Glauben?

Glaube ist das beste Angebot Gottes an uns Menschen. Es kann angenommen, aber auch abgelehnt werden. Der Mensch ist frei und darf sich entscheiden. Der Griff zur Süßigkeit im Korb am Eingang zur Turnhalle war auch frei gewesen. Nur wenige hatten abgelehnt. Die Süße erfahren, das Aroma des Bonbons entdecken – das konnte erst nach dem Auspacken und im Mund geschehen. Dort hinterließ es Spuren, süße Eindrücke.

Das Schlussgebet greift den Gedanken des aktiven Annehmens und Sich-drauf-Einlassens dann auch noch einmal auf. Es lautet:

„Gott, unser Vater,

jeden von uns hast Du zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort geschickt. Auch beeindruckenden Persönlichkeiten – wie z.B. Sophie und Hans Scholl und Schwester Basina – ging und geht es ebenso:

Sie haben aus Deinem Geist gelebt und Spuren hinterlassen.

Wir können uns Zeit und Ort, an denen wir die Welt betreten, nicht aussuchen, aber gestalten können wir unsere Welt.

Lass uns Augen und Ohren nicht verschließen, nicht stumm bleiben,

sondern mach´ uns zu sehenden, hörenden und handelnden Menschen.

So kann das Samenkorn Deiner Liebe, das in jedem von uns schlummert, wachsen und in der Welt Früchte tragen.

Lass uns so Zeichen des lebendigen Gottes werden.

Amen.“