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Jenaer Schülertheatertage 2019

Laudatio Zeitreise des Christlichen Gymnasiums Jena, Spielleitung Susanne Schaumann:

„Was ist ein Scheiterhaufen?“ flüstern die Girlies hinter der Mauer, von der aus sie das dörfliche Leben 1490

in Frankenhausen erleben. Doch wie sind sie da hin gekommen?

Sie saßen doch noch gerade im Klassenzimmer, Nägel feilend in der letzten Reihe, sprachen von Louis

Vuitton und Friseurterminen für den Königspudel. Sie waren es doch im Besonderen, die den Unmut der

Lehrschaft auf sich zogen. Denn dieser Klasse fehlt der Leistungswille und schlechte Zensuren gibt es zu

hauf. Die Referendarin für Geschichte hat eine Idee – zwei Wissenschaftlerinnen, Sabrina Rosenstein und

Katharina Adlerhorst, Erfinderinnen einer Zeitmaschine, werden zu Rate gezogen. Zur Präsentation der

selben kommen sie in die Klasse, doch das interessiert die Girlies nicht. Wegen mangelndem Handy-

Empfang verlassen sie vorzeitig den Unterricht und als das Klingelzeichen ertönt, folgen die anderen ihnen

abrupt nach. Verdutzt stehen die Wissenschaftlerinnen da, hilflos Lehrer Günther, der entschuldigend sagt:

„So ist das bei uns immer! Wenn`s klingelt, gehen alle Schüler einfach raus.“ Doch weil die Girls ihr Geld

vergessen haben, kehren sie nochmal zurück und finden auf dem Boden einen Zettel mit dem Zeitreise-

Gedicht aus den 20er Jahren von Oma Ilse. Sie rappen es vor und Nebel strömt aus, das Licht wird bunt und

grün, man glaubt es kaum, die Girls trudeln hilflos im Kreis durch Raum und Zeit und landen so im

mittelalterlichen Frankenhausen. Da wütet die Pest und Klimawandel hat Ernten vernichtet. So suchen die

„Deppen“ von Männern Sündenböcke und finden sie: die weisen Frauen sollen es sein, die sich auskennen

mit Kräutern und Geburten. Sie sollen vom Teufel besessen sein. So sehen es klar Kunz und Heinz, die

zwei Hexenjäger, der Holzfäller und die Männer aus der Schmiede. Nur die kochenden Weiber halten zu den

Kräuterfrauen und geben den Kindern, die gerne Fangen und Verstecken spielen, aber nur eine Mahlzeit

bekommen, eine Gabe. Die Kräuterfrauen wissen, was auf sie zukommt. Die Ständeordnung kritisierend,

laufen sie in die Fänge der Inquisition. Angeführt von Pater Benedikt (großartig gespielt mit kratziger

Bassstimme) und dem päpstlichen Inquisitor im grellroten Gewand. Vor der Jagd auf die unschuldigen

Frauen wurde gebetet, das Vaterunser in alter Sprache. Dass nicht auch die Girlies auf dem Scheiterhaufen

landen, verdanken diese ihren Freundinnen, die detektivisch das Gedicht aufspüren und rückwärts lesen.

Und zack, da kommt von Neuem dies grüne Licht und die Girlies trudeln zurück und retten der Referendarin

den Unterricht durch pralles Wissen über das Mittelalter.

38 Schüler*innen (!!!) aus zwei Kursen waren da zu erleben und eine liebevoll gestaltete Zeitmaschine aus

Pappe, Knete und Alufolie. Jede/r von euch wusste genau was zu tun ist, war dabei und blieb in seiner Rolle,

füllte sie mit Freude aus. Prächtig zu hören wie überakzentuiert die Lehrerschaft spricht. Wunderbar witzig

die Girliefraktion, um nur einige hervorzuheben. Euch ist ein wunderbares unterhaltsames wie lehrreiches

Stück gelungen. Großen Applaus für Finn,

Tariku, Siegfried, Thilo, Lilo, Luise, Nele, Felix, Merle, Nora; Nina,

annalena, Lucy, Jolante, Clara, Eric, Otto, Jannik, Julian, Oskar, Bastian, Victoria, Helena, alma, Maxima,

Ellen, Pauline, Leonie, Lea, Rosa, Joshua, Elena, Tabea, Julian, Theodor, Sophia, Antonia, Estella.