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Musikgrundkurs presents: Fading away – ein Musikprojekt zur Coronakrise

Systemcheck

Der letzte Schultag vor dem Lockdown war Freitag, der 13. Die Nachricht, dass die Schulen für die nächsten Wochen schließen, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Viele Jugendliche versetzte das in Partystimmung, wie sie auch zu Beginn des Videos gezeigt wird. Am ersten "freien" Wochenende wurden noch Corona-Partys gefeiert. Ich erinnere noch sehr gut, wie schnell sich bei den Erwachsenen die Nachricht verbreitete, Jugendliche hätten in Jena-Paradies noch kräftig gefeiert. Rückblickend könnte man meinen, die Partys waren fast so etwas wie Abschied vom sorgenfreien, genussvollen Leben. Doch schnell breitete sich nach diesem jugendlichen Ausbruch ein neue, irgendwie unwirkliche Stimmung aus.

Die Menschen zogen sich zurück, die Städte leerten sich und bei einem Gang durch die ruhige Stadt fühlte man sich wie am Heiligen Abend, wenn alle Familien in ihren Wohnungen und Häusern sind. Keiner war auf dies krasse Veränderung vorbereitet. Keiner konnte sich der neuen Atmosphäre entziehen. Der Alltag wurde ein völlig anderer und Tagesabläufe mussten neu organisiert und gelernt werden. Mit einer gewissen Distanz blickte man auf Routinen, Strukturen und Institutionen.

Als ich nach knapp zwei Monaten wieder auf die Schülerinnen und Schüler des Musikgrundkurses traf, sprachen wir über genau diese Erfahrungen. Schnell wurde klar, dass wir etwas als Gruppe auf die Beine stellen wollten. Ziel der gemeinsamen Projekts war es, einen Song zu produzieren, der auf die Coronakrise reagiert, diese künstlerisch reflektiert und interpretiert. In dem Musikvideo sollten verschiedene Gefühle und Atmosphären aufgegriffen werden, die Schülerinnen und Schüler des Kurses in den letzten Wochen erlebt haben, beispielsweise ein surreales, offenes Gefühl der Unbestimmtheit, aber auch die Zuversicht, dass es weiter geht. Es wurde in drei Gruppen gearbeitet, die jeweils für die Bereiche Choreografie, Video und Musik verantwortlich waren. Alles (!) an dem vorliegenden Video ist selbst gemacht: die Choreografie, die Filmaufnahmen, der Videoschnitt und die Beats, die Akkorde, der Text, kurz die Musik.

Das Ergebnis ist mehr als ein Zeitdokument oder eine Erinnerung an ein schönes Projekt. Ich sehe hier junge, engagierte, mutige und kreative Menschen, die es nicht nur gelernt haben, im Team zu arbeiten, sondern darüber hinaus Lust haben, sich künstlerisch zu betätigen, Verantwortung zu übernehmen und in der Lage sind, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und künstlerisch auszudrücken. Ich bin sehr beeindruckt. Vielen Dank und bitte weiter so!

Dr. Philipp Schäffler